Mag. Dr. Angela Blechinger hilft bei Krisen in Salzburg

Teenager hält sich nachdenklich den Kopf

Im Verlauf eines Lebens können im biologischen Zyklus mehrere Krisen auftreten: Meist entstehen sie im Übergang von Lebensabschnitten oder nach plötzlichen unvorhergesehenen Ereignissen.

Beispiele für Krisen:

Krisen während der Pubertät (erste Beziehung, sexuelle Orientierung, peer-group, Konsum von Nikotin/Alkohol/Drogen, Konflikte mit Eltern/Lehrern/Freunden)

Krisen bei der Loslösung vom Elternhaus (Beginn von Lehre/Studium/Übersiedelung/erste Arbeit/eigene Wohnung)

Heirat/Lebensgemeinschaft (Verpflichtungen dem Partner gegenüber, Organisation des Haushaltes, Wohnungseinrichtung, Kreditübernahme usw.)

Geburt eines Kindes (hormonelle Veränderungen nach der Geburt, Übernahme der Verantwortung für das Kind, Hineinwachsen in die neue Rolle als Mutter/Vater)

Wechseljahre (Verlust der Fruchtbarkeit, Stimmungsschwankungen, körperliche Beschwerden, Konfrontation mit dem Älterwerden)

Verlust des Arbeitsplatzes/Versagen bei einer Prüfung (Schuldgefühle, Versagensgefühle, Identitätskrisen)

Trennung/Scheidung/Liebeskummer

Eltern oder nahestehende Personen werden schwer krank oder sterben. Für viele Menschen bedeutet heutzutage auch der Tod eines Tieres einen schweren Verlust.

Kinder verlassen das Elternhaus oder kommen mit der Lebensgestaltung nicht zurecht (erlernen keinen Beruf und arbeiten nicht, nehmen Drogen, verlangen ständig Geld von ihren Eltern).

Der Wunsch nach einem Partner, einer Familie, Kindern bleibt unerfüllt

Unzufriedenheit mit der Lebenssituation und Wunsch nach Veränderung (Ehe, Beruf, Gefühl, etwas versäumt zu haben, Liebesbeziehung außerhalb der Partnerschaft, unerfüllte Wünsche)

Pensionsantritt (Identitätsverlust, Langeweile, Gefühl der Nutzlosigkeit, Einsamkeit)

Eine Krise lässt sich leichter ertragen, wenn man Freunde und Familie hat, die einen unterstützen. Oft fällt einem erst in einer Krise auf, dass keiner da ist, der hilft. In den Industriestaaten sind viele Menschen mit dem Problem befasst, einsam zu sein. Die Großfamilie hat sich seit langem aufgelöst. Es gibt viele Singles, Freundschaften werden wegen intensiver beruflicher Beschäftigung und „allgemeinem Zeitmangel“ weniger gepflegt. Durch die Krise erkennt man, dass man einen sehr wichtigen Aspekt im Leben, nämlich das Pflegen von Kontakten zu Mitmenschen, zu sehr vernachlässigt hat. Gemeinsame Erlebnisse, Gefühle der Zusammengehörigkeit und Verantwortung füreinander fehlen. Diese Erkenntnis könnte eine gute Gelegenheit sein, im Leben neue Schwerpunkte zu setzen und zu überlegen, was wichtig ist. Manche Menschen betrachten nach Überwindung einer lebensbedrohlichen Erkrankung das Leben unter einem völlig anderen Blickwinkel als zuvor und sind sogar in der Lage, ihr Leben mehr zu genießen als vor ihrer Erkrankung.

Eine Krise ist ein ausgeprägter leidvoller Zustand, aber keine klinische Diagnose. Insofern ist keine Krankenbehandlung erforderlich, jedoch können psychologische Gespräche sehr helfen. Meist reichen drei bis fünf Gespräche aus, ein Problem unter verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und so eine emotionale Entlastung zu bewirken. Das hat zur Folge, dass die durch die Veränderung (Krise) möglicherweise entstandenen positiven Aspekte gesehen werden können und die Krise aus eigener Kraft bewältigt werden kann. Der Spruch „Eine Krise ist auch eine Chance“ ist ziemlich abgegriffen, aber er enthält etwas Wahres. Menschen beginnen beispielsweise durch den Verlust eines Arbeitsplatzes eine völlig neue Beschäftigung, die sie im besten Fall mehr erfüllt, als die bisherige Tätigkeit. Natürlich ist hier Kreativität von Vorteil. Die Beendigung einer quälenden partnerschaftlichen Beziehung mag anfänglich sehr schmerzlich sein, kann aber nach der überstandenen schwierigen ersten Zeit eine Befreiung sein und mehr Lebensqualität bringen. Je klarer ein Problem benannt werden kann, desto schneller kann man eine Lösung dafür finden und desto rascher wird eine Krise überwunden.

 


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