Behandlung bei Depressionen in Salzburg

Mann hält sich die Hände vors Gesicht

Ständig hört man das Wort „Depression“!

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, die in die Berufsunfähigkeit führen. (D. Richter, u.a.: Nehmen psychische Störungen zu? Eine systematische Literaturübersicht. In: Psychiatr.Prax. 35 (2008) S. 321-330).

Auch prominente Menschen haben sich damit "geoutet". Wie kann man erkennen, ob man depressiv oder ob man nur "schlecht drauf ist"?

Bei Depression handelt es sich um eine psychische Störung, die in unterschiedlichsten Ausprägungen (leicht, mittelschwer, schwer) auftreten kann. Wenn Sie eine Depression haben, passiert folgendes:

Sie verlieren an Lebensfreude und vieles oder alles, was Sie tun, angefangen mit dem Aufstehen in der Früh, fällt Ihnen schwer. Sie sind (ev. auch grundlos) traurig, leiden an Stimmungsschwankungen, haben zeitweilig Angst, verspüren eine innere Unruhe oder Leere, einen Druck auf der Brust, sind reizbar, ermüden rasch, grübeln viel. Die Anforderungen des Alltags, mit denen Sie bisher kein Problem hatten, überfordern Sie. Sie können sich nicht mehr konzentrieren, lesen z.B. in einem Buch und wissen am Ende der Seite nicht, was Sie gelesen haben. Oder Sie sehen sich einen Film an und haben nach einer halben Stunde  keine Ahnung, worum es geht. Sie vergessen, was Sie sich vorgenommen haben. Sie schlafen schlecht, haben kein Interesse an Sexualität, haben an Appetit verloren und in der Folge an Gewicht. Gedanken, nicht mehr leben zu wollen, können auftreten.

Es müssen nicht alle genannten Symptome zugleich auftreten. Letztlich kann nur ein erfahrener ausgebildeter klinischer Psychologe oder ein Facharzt für Psychiatrie die Diagnose einer Depression stellen. Aber wenn mehrere dieser Symptome bei Ihnen aufgetreten sind und Sie sich schlecht fühlen und vor allem an Lebensfreude verloren haben, sollten Sie einen Psychologen oder einen Arzt aufsuchen.

Mögliche Ursachen einer Depression:

1. Genetische Faktoren: eine familiäre Häufung von Depression ist durch Studien sehr gut belegt (Lieb R.,  Isensee B., Hofler et al. 2002, Parental major depression and the risk of depression and other mental disorders in offspring: a prospectivelongitudinal Community study. Arch. Gen. Psychiatry 59: 365-374). Dies zu wissen, kann entlastend sein. Man hat nichts "falsch gemacht" im Leben. Man kann sich über Stratgien zur Bewältigung depressiver Zustände informieren. Schließlich bekommen die meisten Menschen auch "gute" Gene vererbt (schöne Haare/Augen,  Liebenswürdigkeit, Intelligenz).

2. Schwere körperliche Erkrankungen:  ein depressives Zustandsbild kann die Folge eines Schlaganfalles, eines Schädel-Hirn-Traumas , eines Herzinfarktes, einer schweren Infektionserkrankung sein. 

3. Hormonelle Veränderung: ein bekanntes Beispiel dafür ist die postnatale Depression. Durch die enormen hormonellen Veränderungen im Körper bei Schwangerschaft und Geburt kann es nach der Geburt eines Kindes zu einer schweren depressiven Symptomatik bei der Mutter kommen. Sobald der hormonelle Zustand nicht mehr "durcheinander" ist, klingt die Depression meist von selbst ab. Falls nicht, ist psychotherapeutische Behandlung sinnvoll.

4. Depression kann eine sogenannte "normalpsychologische Reaktion" sein. Wenn ein Ihnen sehr nahestehender Mensch stirbt, kommt es zu einer Trauerreaktion. Dies entspricht der Bandbreite menschlichen Erlebens und es wäre eher unnatürlich, wenn eine solche Reaktion nicht eintreten würde.

Was kann man gegen Depression tun?

Verwandeln Sie Ihre negativen Gedanken in positive. Fragen Sie sich: wen liebe ich und welche Menschen lieben mich? Falls Ihnen niemand einfällt, versuchen Sie auf Ihre Mitmenschen zuzugehen und überlegen Sie, wie Sie Freunde gewinnen oder zumindest Aufmerksamkeit erreichen können.

Überlegen Sie: was macht mich in meinem Leben zufrieden, wofür bin ich dankbar? Was habe ich aus eigener Kraft erreicht? Fast jeder Mensch, kann auf irgendetwas in seinem Leben stolz sein. Was kann ich für andere Menschen tun? Zu wissen, dass man eine Aufgabe hat, erzeugt ein positives Gefühl. Bei einigen meiner Patienten kam es zu einem deutlichen Rückgang der Depression, als sie sich eine Aufgabe suchten. Das können ganz einfache Tätigkeiten oder Beschäftigungen sein (Hilfe im Garten, im sozialen Bereich, im Tierheim; Sie können ein Maturatreffen veranstalten, ein Tier versorgen, einen Koch-/ Sprachkurs belegen, was immer Ihnen einfällt oder Freude macht, wird Ihre Depression verringern). Etwas zu tun, wird Ihnen ein besseres Lebensgefühl verschaffen.

Betreiben Sie Sport! Durch die dabei entstehende vermehrte Endorphinausschüttung wird sich Ihre Stimmung verbessern. Wenn Sie sich regelmäßig bewegen, sind Sie ausgeglichener und tun zudem etwas für Ihre körperliche Gesundheit.

Sollten Sie aber an einer schweren Form der Depression leiden, ist es unbedingt notwendig, dass Sie professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.  In diesem Falle sind meist zwei Ansätze sinnvoll: einerseit die psychotherapeutische Behandlung, und als Ergänzung  eine medikamentöse Einstellung. Es wäre nicht gut, wenn Sie denken, dass Ihr Zustand sich von selbst bessern wird. Das wird er vielleicht - aber wann das sein wird,  und wie stark oder gering die Besserung sein könnte, wissen Sie nicht. Erfahrungsgemäß dauern schwere Depressionen Monate, manchmal (mit Pausen) auch Jahre. Dies ist wertvolle Lebenszeit, in der Sie sich aufgrund der Depression sehr schlecht fühlen und wenig vom Leben haben. Durch professionelle Behandlung ist die Chance, dass sich Ihr Zustand erheblich verbessert, bzw. überhaupt vergeht, sehr groß.  


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