Hilfe bei Internet- und Spielsucht
in Salzburg

Online Casino auf einem Computerbildschirm

Es sieht nicht so aus, als ob die Natur die Menschen zur Unabhängigkeit geschaffen habe

(Luc de Clapiers Vauvenargues (1715 – 1747) französischer Philosoph

Was ist Spiel- und Internetsucht überhaupt?

Im ICD-10 V(F) ist Spiel- und Internetsucht unter F63.0 (Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle – Pathologisches Spielen) zu finden. Impulshaft bedeutet, dass man ein starkes Verlangen spürt und dieses nicht unterdrücken kann. Die Störung ist Ausdruck des charakteristischen, individuellen Lebensstils, des Verhältnisses zur eigenen Person und zu anderen Menschen. Dabei spielen konstitutionelle (durch Anlagen bedingte) Faktoren und soziale Erfahrungen schon früh im Verlauf der individuellen Entwicklung eine Rolle, während andere erst später im Leben erworben werden.

Woran ist allgemein (Spiel-)Suchtverhalten erkennbar:

  • Starke Beschäftigung mit vergangenen Spielerfahrungen, ständiges Gedankenkreisen um die Verhinderung oder Planung weiteren Spielens
  • Nachdenken über die Beschaffung der finanziellen Mittel für das Spiel
  • Aufgeben von sozialen Kontakten/Hobbies/Interessen, Vernachlässigung der Familie, des Äußeren, alltäglicher Verpflichtungen
  • Erfinden von Ausreden, Lügen, um das Spielen geheim zu halten; es kann zu Diebstählen kommen, um Geld für ein Spiel zu haben
  • Erhöhen der Spieleinsätze, um die gewünschte Erregung zu erlangen
  • Wiederholte erfolglose Versuche, das Spielen aufzugeben
  • „Entzugserscheinungen“ bei längerem Nicht-Spielen: unerträglicher Drang, ein Spiel zu machen, Auftreten von Unruhe, Gereiztheit, Nervosität, Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, Schwitzen, Herzrasen
  • Verlust der Kontrolle über das Spiel: der Vorsatz, nur bis zu einem bestimmten Betrag zu spielen, ist nicht haltbar
  • Ein Verzicht auf das Spielen ist nicht vorstellbar

Im schlimmsten Fall wird die gesamte Lebensführung des Betroffenen dauerhaft von der Sucht beherrscht und der vollständige Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Verpflichtungen ist ohne professionelle Hilfe nicht aufzuhalten. Die Abhängigen verlieren ihre normalen Lebensgewohnheiten. Die virtuelle Welt wird zum Ersatz für die reale. Dazu kommt, dass die vitalen Bedürfnisse (Hunger/Durst/Schlaf) nicht mehr wahrgenommen und daher nicht befriedigt werden. Das kann zu einem nicht ungefährlichen Zustand von Dehydration (Austrocknung des Körpers)  und Unterernährung führen. Der biologische Rhythmus wird schwer gestört. Das Gefühl für die Zeit, die der Abhängige im Netz verbringt, geht verloren. In schweren Fällen suchen die Betroffenen erst im letzten Moment die Toilette auf, da sie es nicht schaffen, den Bildschirm zu verlassen. Wird der PC defekt, kann es zu den oben beschriebenen „Entzugserscheinungen“ kommen. Das Leben hat seinen Sinn verloren.

Therapie:

Das Problem ist, dass eine völlige Abstinenz von der „Droge“ Internet – und damit auch von der Spielsucht, die oft im Internet ausgelebt wird - nicht realisierbar ist. Ein Leben ohne Internet, Handy usw. ist nicht möglich, da elektronische Medien mittlerweile derart im Alltag verankert sind, dass man ohne ihre Anwendung Nachteile hätte. So verlangen manche Firmen ausschließlich on-line-Bewerbungen. Reisebuchungen, Zugverbindungen, Routenplaner usw. erleichtern den Alltag ungemein und sogar die Altersgruppe 80 plus genießt die Vorteile, die die Verwendung eines Handys mit sich bringt. Die Bewältigung der Internetsucht hat Ähnlichkeit mit der Bewältigung der Anorexie (Magersucht). Niemand kann ohne zu essen leben, daher müssen die Betroffenen lernen, „normal“ zu essen, d. h. z. B. ihrer Konstitution entsprechende Portionen zu essen und die ständige gedankliche Beschäftigung mit Essen aufzugeben. Spielsüchtige müssen lernen, ihre exzessive Beschäftigung mit dem Medium auf ein „normales Maß“ zu reduzieren.  Dies geschieht mit Hilfe der Therapie. Zuerst erfolgt eine Analyse des Suchtverhaltens. Danach wird Schritt für Schritt eine Reduzierung des oben beschriebenen Suchtverhaltens erarbeitet. Eine große Bedeutung dabei spielen alternative Verhaltensweisen (was tut man, statt dass man spielt?) Der normale Alltag muss langsam „zurückerobert“ werden. 


top